Handwaage

Major Release und die Nutzung der ‘Recommendation 20’ für Maßeinheiten Codes

Das Major Release (MjR) rückt mit großen Schritten immer näher. Zeit sich mit einigen Details zu beschäftigen. Ein Detail auf das ich heute hinweisen möchte, ist die Nutzung von Maßeinheiten Codes (engl. Unit of Measure Codes [kurz: UOM]).

Die Vorteilsargumentation zur Einführung des Release umfasst folgende Punkte:

  1. Flexibleres, individuelles Framework: Die Verbesserungen im Bereich des GDSN ermöglichen eine schnelle Anpassung an die steigenden Anforderungen, wie z.B. gesetzliche Verordnungen oder wachsende Vorgaben des Marktes.
  1. Industriespezifischer Support: Durch eine flexiblere Validierung kann eine Ausrichtung auf die Kundenanforderungen jeder Industrie stattfinden.
  1. Schnellere Markteinführung von Produkten: Eine frühzeitige Bereitstellung von nicht finalen (produzierten) Produkten wird durch vorläufige Artikelinformationen bewerkstelligt. Dies ermöglicht eine erhöhte Datenaktualität und bessere Kaufentscheidungen seitens der Händler, bereits vor der Produktionsreife.
  1. Kontrolle der Datenqualität: Die Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen vereinfacht die Synchronisation von sensiblen Produktinformationen zwischen Handel und Industrie weltweit (z.B. Gefahrgut-, Medizinprodukt- und Verpackungsmaterialinformationen).
  1. Standardisierte Pflege von Produktinformationen: Die neue Attributstruktur ermöglicht eine vereinfachte Implementierung von Standardanwendungsfällen.

Vor allem die letzten beiden Punkte machen deutlich, wie wichtig es ist auf Standards zu setzen. Im Bereich der Maßeinheiten greift GDSN im MjR selbst auf eine Standardlösung zurück. Diese wird im Fachjargon immer als “Rec. 20” bezeichnet. Was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Die offizielle Bezeichnung lautet “Recommendation N°. 20 – Codes for Units of Measure Used in International Trade”. Hierbei handelt es sich um ein Standarddokument der “United Nations Economic Commission for Europe” (kurz: UNECE), die es seit 1947 gibt. Einer ihrer Hauptziele ist es, den Handel zwischen den international agierenden Partner zu vereinfachen . Da liegt es nah, sich auch mit Maßeinheiten, deren Definitionen und Codes, zu beschäftigen. Wichtig ist an dieser Stelle der klare, eindeutige und leicht verständliche Aufbau einer solchen Liste mit Maßangaben.

Die folgende Abbildung verdeutlicht den Aufbau exemplarisch (siehe hierzu auch in unserem gerade veröffentlichten Migrationsdokument).

Zum Einen wird der zu nutzende Code aufgelistet, hier z.B. der Code “23”. Der gelb markierte Teil beinhaltet die Definition des Codes. Der Code “23” steht für Gramm pro Kubikzentimeter. Natürlich macht es keinen Sinn diesen Code für alle möglichen Maßangaben zu nutzen. Codes für Gramm sind für Gewichte relevant, nicht aber für Maßangaben im Falle von Höhe, Breite oder Tiefe. Daher werden alle Codes in der Standardliste der Empfehlung eindeutig einer Gruppe von Maßeinheiten zugewiesen. So befinden sich alle Gewichtsangaben in der Gruppe “Mass”, alle Längenangaben in der Gruppe “Dimensions”. Im Sinne einer verbesserten Datenqualität behalten sich Datenpools im Netzwerk vor, diese Gruppen noch weiter einzuschränken. Beispielsweise macht es in Deutschland keinen Sinn Maßangaben in “Inches” darzustellen.

maßangaben

(Bitte klicken für Detailansicht)

Gerade die Einteilung in Codegruppen fördert die Datenqualität, da so gewährleistet ist, dass immer der richtige Code zum genutzten Attribut verwendet wird. Genau dieser Sachverhalt wird zwar heute schon in der Online Erfassungssoftware WS|Publishing der 1Worldsync umgesetzt, allerdings wird mit der Umsetzung der Empfehlung der UNECE in Verbindung der Vorgaben des GDSN-Standards dieses Konzept noch weiter optimiert. Dies hat jedoch an der einen oder anderen Stelle die Folge, dass heute lieb gewonnene Codes nicht mehr genutzt werden können. Beispielsweise wird der Code ‘GR’ (Gramm) zu ‘GRM’ oder ‘CM’ (Zentimeter) zu ‘CMT`. Welche Codes sich wie genau ändern, welchen Gruppen sie zugeordnet sind und wie sie heute genutzt werden, ist ebenfalls in dem bereits erwähnten Migrationsdokument zu finden. Damit wird es also Zeit sich mit den Codes zu beschäftigen…!

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