Tag Archives: Gefahrstoffmanagement

Do It Right First Time (DIRFT-Konzept)

Im Zusammenhang mit der Qualität von Artikelstammdaten taucht immer wieder das sogenannte „DIRFT-Konzept“ auf. Wo kommt dieses Konzept her und was bedeutet es eigentlich im Zusammenhang mit der Qualität von Artikelstammdaten?

Der Erfinder des Konzepts ist Philip Bayard Crosby (1926- 2001). Er gilt als einer der Denker der Qualitätswissenschaft mit dem Tätigkeitsschwerpunkt des Null-Fehler-Programms (vgl. Kamiske, Qualitätsmanagement von A bis Z, 2011, S. 41f). Er entwickelte es als Antwort auf die Qualitätskrise der späten 1970er und in den 1980er Jahren, in denen vor allem amerikanische und europäische Hersteller, aufgrund der höheren Qualität der japanischen Produkte, Marktanteile an japanische Hersteller verloren haben (vgl. Crosby, Quality Is Free – The Art Of Making Quality Certain, 1980, S. 3ff). Das Null-Fehler-Programm zielt auf eine mängelfreie Produktion ohne Ausschuss und Nacharbeiten ab. Es duldet keinerlei „akzeptable“ Fehlerquoten und keine Nachbesserungen. Stattdessen ist eine Produktion stets ohne Fehler anzustreben. In seiner kostenorientierten Betrachtung stellt der Qualitätswissenschaftler fest, dass nicht die qualitativhochwertige Fertigung die Produktionskosten in die Höhe treibt, sondern die Nichteinhaltung bestimmter Vorgaben die Gesamtkosten ansteigen lassen. Es entsteht demnach ein Fehlleistungsaufwand (vgl. Kamiske, Qualitätsmanagement von A bis Z, 2011, S. 138).

Das Gesamtkonzept wird in der Literatur vereinfacht als DIRFT-Ansatz bezeichnet. Dabei steht das Akronym für den von Crosby formulierten Leitsatz „Do it right the first time“ (vgl. Chemuturi, Mastering Software Quality Assurance, 2010, S. 15ff). Ins Deutsche übersetzt lässt es sich mit: „Dinge direkt beim ersten Mal richtigmachen!“ umschreiben.

Übertragen auf eine prozessbezogene Artikelstammdatenqualitätsoptimierung, zielt das DIRFT-Konzept auf die Fehlervermeidung im Vorfeld und während des gesamten Artikelstammdaten-prozesses ab. Es ist damit eine proaktive Strategie zur Verbesserung der Datenqualität (vgl. Redman, Data Quality For The Information Age, 1996, S. 11ff). Die Vermeidung von Fehlern orientiert sich an der Einhaltung bestimmter Anforderungen oder Spezifikationen (vgl. Liesmann (Hrsg.), Controlling und Kostenrechnung, 1997, S. 553). Dies können beispielsweise die Nutzungsvorgaben und Regeln des GDSN-Standards respektive die Anforderungen des Data Quality Gates für den deutschen Zielmarkt sein (vgl. https://www.gs1-germany.de/gs1-solutions/stammdaten/data-quality-gate/).

Bei der Artikelstammdatenanlage bedeutet DIRFT demnach nichts anderes, als die Daten bei der Ersterfassung gleich richtig im IT-System einzugeben. Es gilt die Maßgabe, dass die Daten sowohl im Hause des Lieferanten, als auch in der nachfolgenden Wertschöpfungskette des Handels und der Endkonsumenten ohne Nachkorrekturen und ohne Einschränkungen nutzbar sind. Das Nachbearbeiten von Artikelstammdaten – im Sinne von reaktiven Datenqualitätsmaßnahmen – ist zu vermeiden.

Dinge beim ersten Mal gleich richtig zu machen, wird die Artikelstammdatenpfleger/-innen nicht davon abhalten Fehler zu machen. Es wird allerdings dazu ermutigt, sich ständig zu verbessern und proaktive Maßnahmen zur Optimierung der Datenqualität anzustreben. Außerdem werden sie die wertschöpfungsübergreifende Nutzung der Artikelstammdaten stets im Blick haben

Geschirrspülen? Ist ja ätzend!

Seit die die CLP-Verordnung (Classification, Labeling and Packaging oder Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung) europaweit gilt, finden wir immer weniger der orangefarbenen Warn- oder Gefahrensymbole auf z.B. Reinigungsmitteln oder Kosmetika. Eigentlich eine tolle Sache, suggeriert dies doch, die Produkte seien mittlerweile weniger gefährlich als noch vor einigen Jahren. Weit gefehlt! Continue reading

Sprühsahne mit dem gewissen Etwas – Gefahrstoffe unter CLP/GHS

In der aktuellen Ausgabe der retail technology schreibt Marina Sennet, wo die Risiken von fehlendem Gefahrstoffmanagement liegen und wie sichergestellt werden kann, dass Unternehmen vor diesen Risiken gefeit sind.

Seit Mitte 2015 gelten für den Handel neue Vorschriften zum Umgang mit Chemikalien und Gefahrstoffen. Da es für die einzelnen Handelsunternehmen schwierig ist, alle Sicherheitsdatenblätter kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten, bietet 1WorldSync einen entsprechenden Service über seinen Datenpool an.

Continue reading