Sprühsahne mit dem gewissen Etwas – Gefahrstoffe unter CLP/GHS

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In der aktuellen Ausgabe der retail technology schreibt Marina Sennet, wo die Risiken von fehlendem Gefahrstoffmanagement liegen und wie sichergestellt werden kann, dass Unternehmen vor diesen Risiken gefeit sind.

Seit Mitte 2015 gelten für den Handel neue Vorschriften zum Umgang mit Chemikalien und Gefahrstoffen. Da es für die einzelnen Handelsunternehmen schwierig ist, alle Sicherheitsdatenblätter kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten, bietet 1WorldSync einen entsprechenden Service über seinen Datenpool an.

„Was geht mich das an?“ mag sich mancher Supermarktleiter fragen, „in meinen Regalen lagern schließlich weder Farben noch Giftstoffe.“ Doch so einfach liegt die Sache nicht. Selbst „harmlose“ Produkte des täglichen Bedarfs, zum Beispiel Sprüh-Schlagsahne, Haarspray oder Nagellackentferner, enthalten Chemikalien wie Treibgase oder Lösemittel, die den neuen Gefahrgutbestimmungen unterliegen. Der Handel darf Gefahrstoffe nur noch mit einer Etikettierung abgeben, die der CLP-Verordnung entspricht. Ausnahmen gelten für den Abverkauf von Lagerbeständen. Zudem sind am Point of Sale für alle betroffenen Produkte aktuelle Sicherheitsdatenblätter vorzuhalten, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Werden diese Vorgaben nicht beachtet oder unvollständig umgesetzt, kann es zu Problemen mit Kunden, Behörden oder mit Umweltund Verbraucherschützern kommen.

Ein kontinuierliches Gefahrstoffinformations-Management gewinnt damit an Bedeutung. Dass die mit den gesetzlichen Bestimmungen verbundenen Vorschriften nicht immer ohne Weiteres umzusetzen sind, bemerken die Verantwortlichen im Handel meist bereits bei einem Blick auf die vorhandenen Produkte und Sicherheitsdatenblätter: ‚

  • Nicht immer ist ersichtlich, ob ein Produkt den Gefahrgutbestimmungen unterliegt oder nicht, zum Beispiel weil die GLN- und GTIN-Informationen nicht mit den Sicherheitsdatenblättern verknüpft sind. ‚
  • Für etwa 5 Prozent der Produkte mit Gefahrstoff-Anteilen liegen am POS keine Sicherheitsdatenblätter vor. ‚ Zu manchen Produkten existieren oft mehrere unterschiedliche Sicherheitsdatenblätter aus unterschiedlichen Quellen, ohne dass klar ist, welches gilt. ‚
  • Ca. 35 Prozent aller Sicherheitsdatenblätter – darunter auch solche neueren Datums – entsprechen nicht den aktuellen Vorschriften. ‚
  • Bei etwa 25 Prozent der Sicherheitsdatenblätter stimmen die enthaltenen Angaben nicht mit den Angaben auf der Produktverpackung überein. ‚
  • Bei ungefähr 16 Prozent der Sicherheitsdatenblätter fehlen gesetzlich vorgeschriebene Gefahrstoff-Angaben ganz oder teilweise.Verschärft wird das Problem unzureichender oder fehlender Sicherheitsdatenblätter im Handel unter Umständen durch „hausgemachte“ Probleme des Gefahrgutmanagements: ‚
  • Die Sammlung, Aktualisierung und Verteilung der Sicherheitsdatenblätter in den verschiedenen Geschäftsbereichen und Verkaufsstellen erfolgt häufig nicht systematisch und kontinuierlich – Lücken in der Dokumentation und ineffiziente Doppelarbeit sind die Folge. ‚
  • GDSN-Produktinformationen einerseits und Gefahrstoff-Informationen andererseits werden unabhängig voneinander erfasst und verwaltet, was zu Zuordnungsproblemen und zusätzlichem Zeitaufwand führt.Schon im regulären Geschäftsbetrieb stellen diese Unzulänglichkeiten ein Risiko dar, außerdem verursachen sie erheblichen Zusatzaufwand und Mehrkosten. Eskalieren kann die Sache bei unvorhergesehenen Ereignissen wie zum Beispiel bei einem Brand in einer Baumarkt-Filiale. Können im Falle eines Falles die betroffenen Gefahrstoffe und die von ihnen ausgehenden Emissionsrisiken nicht zweifelsfrei festgestellt und unverzüglich den Einsatzkräften der Feuerwehr gemeldet werden, stellt dies ein großes Problem dar. Das kontinuierliche Recherchieren, Aktualisieren und Dokumentieren von vorliegenden Gefahrstoffen und der zugehörigen Sicherheitsdatenblätter ist für einen einzelnen Produzenten oder Händler ein sehr hoher Aufwand und nicht ohne Risiko.Eine Lösung bietet der HMC-Service von 1WorldSync. Durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket stellt er sicher, dass die Gefahrstoff-Informationen kontinuierlich auf dem neuesten Stand sind, damit sowohl die Sicherheitsdatenblätter als auch die DV-Produktdaten jederzeit den gesetzlichen Vorgaben entsprechen: ‚
  • Identifizierung aller Gefahrstoff-Produkte nach GHS/CLP
  • Sammlung und Aktualisierung der Datenblätter der Hersteller ‚ Validierung der Sicherheitsdatenblätter und der Gefahrstoff-Angaben zu jedem einzelnen Produkt ‚
  • Einspeisung der aus den Sicherheitsdatenblättern extrahierten GefahrstoffAttribute in die GDSN XML-Datenbank, sodass die Sicherheitsdatenblätter und gespeicherte Gefahrstoff-Angaben jederzeit konsistent sind ‚
  • Ergänzung der GDSN-Daten um einen Link zum Sicherheitsdatenblatt-PDF ‚ Verteilung aller Produktdaten an die Handelspartner des Herstellers für nahtlose Datensynchronisation aus einer Quelle.Zahlreiche Unternehmen in aller Welt nutzen bereits den HMC-Service von 1WorldSync. Die aktuell laufende Anpassung an die neuen Gesetzesvorgaben zur Schadstoff-Kennzeichnung kann ein Anlass sein, jetzt nachzuziehen.

Martina Sennet, Director HazMat Compliance Solutions

Artikel retail technology Februar 2016

Marina Sennet

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Director HazMat Compliance Solutions

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