LMIV Fragen & Antworten – Interview mit Burkhard Lorry

Burkhard LorryBurkhard, im Zuge der LMIV-Umsetzung fällt meist auch der Begriff 1WorldSync Migration. Was hat es damit auf sich?

Burkhard Lorry: Mit der EU Lebensmittel-Verordnung (kurz LMIV) sind neue rechtliche Bestimmungen eingetreten. Dies erforderte eine Anpassung des gesamten 1WorldSync Datenpools an die heutigen Anforderungen. Die Daten müssen von vorherigen Formaten (z.B. SINFOS) nun in das GDSN Format überführt (migriert) werden. Der wichtigste Vorteil: Durch die Migration können alle LMIV-relevanten Informationen erfasst und synchronisiert werden!

Im Rahmen der Migration führen wir außerdem eine Reihe weiterer Optimierungen durch: Der neue Standard WS3/DSE erleichtert auch

  • die Anbindung an das Global Data Synchronization Network (GDSN) – und damit den zuverlässigen Datenaustausch mit Handelspartnern und Endkunden in aller Welt
  • Erfassung zusätzlicher Produktattribute, wie Produktbilder, Videos, Gebrauchsanleitungen, Rezepte sowie Materialien für Print-und Online-Anzeigen sowie für Verkaufsförderungsmaßnahmen am PoS.

Wir hatten eine ausreichende Vorlaufzeit, um die Prozesse unserer Kunden vom bisherigen nationalen Stammdatenpool auf das internationale GDSN-System umzustellen. Die Migration wurde in mehreren Schritten geplant, um es Herstellern und Händlern möglichst leicht zu machen: So konnten Anwender bereits Ende 2012 Anpassungen in Richtung GDSN vornehmen. Im Januar 2013 startete dann eine Pilotphase, in der ausgewählte Lieferanten und Händler das gesamte System testen konnten. Und bereits seit Juni 2014 können alle Unternehmen ihre Stammdaten über eine neue Web-Benutzeroberfläche eingeben oder per M2M an uns senden.

Ramona Braun: Wie läuft die Migration ab?

Burkhard Lorry: Bei Unternehmen, die ihre Produktinformationen über das Webportal Webforms mithilfe des Internet-Browsers oder per Excel-Upload erfassen, erfolgte die Umstellung auf den neuen Standard in sieben Schritten:

  1. 1WorldSync kündigt den Zeitpunkt der Migration schriftlich an.
  2. Zum angekündigten Termin werden die Produktdaten im 1WorldSync Datenpool eingefroren.
  3. Als Dienstleister des Unternehmens migriert 1WorldSync die Daten auf die neue Plattform; das dauert ca. eine Woche. In diesem Zeitraum können keine Daten geändert oder neu angelegt werden.
  4. Nach erfolgreicher Migration sendet 1WorldSync den Link zum neuen Datenpool und die neuen Zugangsdaten.
  5. Außerdem erhält das Unternehmen einen Link zu einem FAQ-Online-Dokument mit Antworten auf häufig gestellte Fragen.
  6. Ab diesem Zeitpunkt können die Daten wieder geändert und auch neue Daten eingestellt werden.
  7. Das Unternehmen erhält von 1WorldSync Terminvorschläge für regelmäßige Lieferantentrainings, in denen das neue Datenerfassungs-Tool erklärt wird.

Bei der Migration auf den neuen Standard WS3/DSE werden die Produktdaten nicht für alle Unternehmen gleichzeitig umgestellt, sondern sukzessive im Laufe von sechs Monaten – wegen der zeitnah erforderlichen LMIV-Anpassungen haben die Food-Lieferanten den Anfang gemacht. Der größte Teil der Web-UI Lieferanten wurden bereits hierzulande auf das neue System migriert. Ausschließlich ein Teil der Machine-to-Machine Kunden (M2M) müssen ihre Daten noch bis zum 13.12.2014 auf dem WS3/DSE bereitstellen.

Ramona Braun: Welchen Nutzen bietet der GDSN-Standard für Unternehmen und warum ist er wichtig für die Umsetzung der LMIV?

Burkhard Lorry: Um den Vorgaben der LMIV gerecht zu werden, müssen die Unternehmen eine Flut von Produktinformationen verwalten und für unterschiedliche Kanäle bereitstellen. In den Datenpools des Global Data Synchronization Network (GDSN) können Hersteller ihre Produktstammdaten sowie alle geforderten Zusatzinformationen einpflegen. Die Daten werden dann zentral für die verschiedenen Absatzkanäle inklusive Online-Handel und Mobile-Applikationen bereitgestellt.

Insgesamt vereint das GDSN-Netzwerk 30 zertifizierte Datenpools. Es ermöglicht den Unternehmen weltweit den Austausch synchronisierter Produktstammdaten und damit eine transparente Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette.

Detaillierte Informationen und Hilfestellungen erhalten unsere Kunden auf der lmiv-services Webseite.

Ramona Braun: Vielen Dank Burkhard für das interessante Gespräch.

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