Internet der Dinge

Internet der Dinge und Artikelstammdatenqualität

Neulich habe ich in der Wirtschaftswoche einen Artikel zum Thema “Internet der Dinge” gelesen (vgl. Wirtschaftswoche, Heft 10, 2015, S. 38- 43). Unter der Überschrift “Partitur einer Utopie” behandelt der Artikel den Status der Entwicklung in Deutschland. Im deutschen Sprachgebrauch wird auch oft der Begriff “Industrie 4.0” gebraucht.

Diese Bezeichnung “beschreibt nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung die vierte Umwälzung in der Industrie: Hatten die Unternehmen bis zuletzt die körperliche Arbeit wegrationalisiert, machen sie sich nun daran, geistige Fähigkeiten überflüssig zu machen – indem sie diese auf Maschinen und Produkte übertragen, die einander mitteilen, wer sie sind und was sie zu tun haben.” (Wirtschaftswoche, Heft 10, 2015, S. 38).

Mag der Aspekt der Verzichtbarkeit auf die geistigen Fähigkeiten des Menschen erschütternd wirken, so lässt sich unabhängig davon noch ein Aspekt beleuchten, der ebenso wichtig erscheint. Wenn Maschinen sich gegenseitig etwas mitteilen sollen, müssen sie mit einander kommunizieren. Unter Menschen ist die Kommunikation schon oftmals nicht einfach. So werden Daten falsch verstanden und folglich ebenso falsch genutzt. Allerdings kann in der menschlichen Interaktion der Datenmangel in Gesprächen einfach ausgeglichen werden.

Was passiert jedoch, wenn die Daten, die zwischen den Maschinen ausgetauscht werden, Mängel aufweisen? Kann die Maschine dies ohne weiteres – wie ein Mensch – ausgleichen? Bei vorliegender künstlicher Intelligenz der Maschinen vielleicht. Aber wie sieht es bei einfachen, kommunizierenden Anlagen aus? Damit auch hier eine “saubere” Kommunikation gewährleistet ist, sind sicherlich Austauschstandards und eine hohe Qualität der Daten notwendig, die die Maschinen verarbeiten sollen.

Wie wichtig die Datenqualität an dieser Stelle ist, verdeutlicht das Joghurt-Beispiel im Bericht der Wirtschaftswoche:

  1. Produktion: Wichtige Daten bei der Milcherzeugung werden schon auf dem Bauernhof erzeugt. Einmal Daten über das Futter der Kühe und zum zweiten Daten über die Milch selbst (z.B. Eiweiß-, Fett- und Laktosegehalt). Die Daten des Futters stammen vom Hersteller, die Daten über die Milch werden von der Melkmaschine gemessen und erzeugt.
  2. Anlieferung Molkerei: Vor Anlieferung der Milch in der Molkerei liegen die Daten über Keime, Fettgehalt, Laktose und Qualität der Milch vom Bauernhof bereits im Computer des Herstellers vor und können für die Produktion des Joghurts benutzt werden
  3. Produktion: Über automatisierte Ventile der Joghurtmaschinen, die mit Daten über die richtigen Zutaten gesteuert werden, kann das Produkt selbständig hergestellt werden
  4. Zutaten: Die Zutatentanks (z.B. gefüllt mit Früchten für das Joghurt) verfügen über genaue Qualitäts- und Herkunfsangaben und können über automatische Steuerungen gezielt in den richtigen Verarbeitungsschritt des Joghurts eingebracht werden
  5. Überwachung: Sämtliche Befehle der Produktion der Herstellungsanlage kommen aus einer Datenbank. Der sich selbst steuernde Prozess wird nur noch überwacht, ein direkter menschlicher Eingriff ist nur noch selten nötig
  6. Abfüllung: Die Produktionsanlage weiß genau, welcher Becher für welches Joghurt verwendet und weiß auch welcher Deckel bzw. Verschluss hier benötigt wird
  7. Versand: Wenn die fertigen Produkte an den Handel versendet werden, ist das Thema Datenaustausch im Rahmen der Produktion beim Hersteller beendet. Dann kommunizieren die Händler mit dem Lieferant über den multilateralen und bilateralen elektronischen Datenaustausch.

Wann kann in diesem Beispiel ein menschlicher Eingriff notwendig sein?

Problematisch kann es werden, wenn die gelieferten Daten, die in der Produktion genutzt werden, falsch sind. Beispielsweise wenn die Daten der Zutaten inkorrekt sind und nicht für das zu produzierende Jogurt angedacht waren. In der Folge kann ein Produkt in einer nicht gewünschte Güte entstehen und im Nachgang nur noch als B-Ware angeboten werden. Im schlimmsten Fall ist die gesamte Produktion Ausschussware. Der menschliche Eingriff in den Produktionsprozess kann demnach durch eine entsprechende Güte der Artikelstammdaten vermieden werden. Womit deutlich wird, dass das Internet der Dinge nur so gut ist, wie die Daten die in ihm genutzt werden.

Damit gilt: Qualität der Artikelstammdaten spielen bei der Kommunikation der Maschinen ein entscheidende Rolle.

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