Der informierte Verbraucher – Mehr Produkttransparenz durch die LMIV?

Erinnern Sie sich noch an die Nachricht über Pferdefleisch in der Lasagne? Ehrlich – mich als Verbraucherin hat es damals aufhorchen lassen …

Fakt ist: Skandale in der Lieferkette schaden nicht nur dem Verbraucher, sondern auch der Reputation von Herstellern. Als Pferdefleisch in tiefgekühlter Lasagne auftauchte, dauerte es Wochen und manchmal sogar Monate, bis Hersteller herausfanden, woher das Fleisch eigentlich kam. Grund dafür war die Komplexität der Lieferkette und fehlende europaweite Standards für die Lebensmittelkennzeichnung.

Ich habe gute Chancen, dass mir als Verbraucherin in Zukunft solche Skandale erspart bleiben, denn die Europäische Kommission hat das Dilemma erkannt und schreibt Industrie und Handel nun seit 13.12.2014 vor, wie teilweise Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen, um den Verbraucher beim Einkauf mit mehr Informationen zu versorgen.

Hierzu zählen unter anderem die:

  • ausführliche Kennzeichnung der Nährwerte und insbesondere der 14 Hauptallergene für nahezu alle verpackten Lebensmittel,
  • Mindestschriftgröße auf Verpackungen von 1,2 mm bezogen auf den Buchstaben “x” sowie
  • Informationen zu Ursprung und Herkunft des Produkts
Umsetzungscheck

Bei dieser Tafelschokolade wurde die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV 1169/2011) meines Erachtens erfolgreich umgesetzt. Allergene sind auf der Verpackung durch weiße Schrift auf lila Hintergrund farblich stark hervorgehoben und fallen dem Verbraucher sofort ins Auge. Die Nährwerttabelle ist groß und übersichtlich (siehe Foto) und der Verbraucher findet auch die Information, in welchem Land die Schokolade fabriziert wurde.

Tafelschokolade

 

 

 

 

Auch im Handel wurde die LMIV Verordnung umgesetzt. Ein mit Zutaten für Großküchen, Gastronomie und Zentralküchen handelndes Unternehmen bietet beispielsweise ein Servicepaket mit Unterlagen oder Schulungen zum Thema Allergenmanagement an. Auch im Onlineshop dieses Unternehmens ist bei jedem Produkt gekennzeichnet, welche Zutaten mit allergenem Potenzial enthalten sind.

Doch nicht bei allen lief die Umstellung so problemlos. Besonders Hersteller von Produkten mit kleiner Produktoberfläche (z.B. Joghurt) müssen aufgrund der LMIV einen großen Teil ihrer Verpackungen mit Schrift bedrucken, um alle nötigen Informationen vorschriftsgemäß unterzubringen. Zum Teil enthalten solche Produkte nun sehr viel Schrift bei wenig Platz und wirken daher überladen und somit etwas verwirrend auf den Verbraucher.

Das liegt wohl daran, dass die Pflichtangaben auf der Verkaufsverpackung laut LMIV in jedem Fall auf einem dort befestigten Etikett oder der Verpackung erscheinen sollen. Auch die durch die LMIV vorgeschriebene unbedingte Einhaltung der Mindestschriftgröße erleichtert diese Problematik nicht. Viele Hersteller sind jetzt wahrscheinlich mit Problemen bezüglich ihrer Verpackungen konfrontiert sind: Verwenden Sie größere Verpackung bei gleicher Füllmenge, um die Informationsdichte auf der Verpackung zu verringern? Oder riskieren sie so, den Verbraucher durch die Diskrepanz von Volumen und Füllmenge zu verärgern?

Lebensmittelinformation bei Fleisch

Das Thema Datenqualität bleibt auf der Tagesordnung. Wer künftig frisches, gekühltes oder gefrorenes Fleisch in Verkehr bringt, muss Angaben zum Einfrierdatum und zum Herkunftsland mitliefern. Die entsprechende Durchführungsverordnung gilt ab dem 1. April 2015 jedoch nicht für verarbeitete Fleischerzeugnisse. Soweit noch nicht geschehen, müssen die Daten für den Herkunftsnachweis also bis zu diesem Stichtag erfasst und in der Lieferkette kommuniziert sein.

Für uns bei 1WorldSync bleibt (nicht nur wegen der LMIV) die Sicherung der Produktdatenqualität eine Daueraufgabe aller Beteiligten – auch und gerade mit Blick auf die Integration der unterschiedlichen Vertriebskanäle (PoS, Web, Mobile).

 

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