Artikelstammdatenqualität zum Anfassen

Was haben die Artikelbezeichnungen Toilettensitz, Müsliriegel und Parfümflasche gemeinsam?

Die Anregung zu diesem Blog-Beitrag bekam ich aus dem GS1 Germany Artikel  zum Thema Stammdatenqualität in der Baumarktbranche  und der darin gestellten Frage, was die Branche quält, wenn die Artikelstammdaten nicht den gewünschten Anforderungen der Datennutzer entsprechen. Im Zuge meiner zusätzlichen Recherche zum Thema bin ich auf den englischen Beitrag von Henrik Liliendahl Sørensen aus Dänemark gestoßen, der sich mit einem Produkt beschäftigt, welches im Baumarkt nicht fehlen darf: Frei übersetzt lautet der Artikel “Was hat ein Toilettendeckel mit Datenqualität zu tun?

Der Autor beschreibt ein sehr alltägliches Artikelstammdatenproblem. Wobei dies nicht nur für Toilettensitze gilt, sondern es sich sehr einfach auf weitere Produkt, aus unterschiedlichen Branchen übertragen lässt.

Beispiele aus der Praxis

Aus der täglichen Stammdatenpraxis werden hier einige Beispiele für den unterschiedlichen Gebrauch der Artikelbezeichnung dargestellt (vgl. Tabelle unten). Inwieweit die Datenqualität für den einzelnen Nutzer in Ordnung ist oder nicht, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Allerdings lassen sich ggf. eindeutige Tendenzen für eine bestimmte Bezeichnung feststellen. Wobei in diesem Beispiel die Schreibweise “Zusammen” vs. “mit Bindestrich” außer Acht gelassen wird, da sonst der einfach erscheinende Sachverhalt noch komplizierter wird.

Verschiedene Bezeichnungen in der Baumarktbranche

VarianteArtikelbezeichnung
1.Toilettensitz
2.Toilettendeckel
3.WC Sitz

Verschiedene Bezeichnungen im Lebensmittelhandel

VarianteArtikelbezeichnung
1.Müsliriegel
2.Cerealienriegel
3.Knusperriegel

Verschiedene Bezeichnungen im Kosmetikbranche

VarianteArtikelbezeichnung
1.Parfümflasche
2.Parfümfläschchen
3.Parfümflacon

Für den Fall dass die Datennutzer immer die Variante mit der Nummer 1 bevorzugen – welche demnach ihren Datenqualitätsanspruch widerspiegelt – haben sie ein Problem mit den anderen beiden Varianten. Wenn beispielsweise die Bezeichnungen für die Produkte lieferantenunabhängig immer gleich sein sollen, da die Produktbezeichnungen auf den Regaletiketten im Verkaufslager oder im Online-Shop als Suchbegriffe genutzt werden, muss der Datennutzer die Artikelstammdaten – auch wenn er diese automatisiert erhalten hat – immer wieder in seinem DV-System anpassen.

D.h., händisch aus dem Cerealienriegel den Müsliriegel oder aus dem Parfümflacon die Parfümflasche machen. Manuelle Nacharbeiten in dieser Form sind auf der Nutzerseite unbeliebt und können schnell zur Frustration führen. Wodurch letztlich die Vertrauenswürdigkeit der Daten des Lieferanten negativ beeinflusst werden kann.

Sicherlich, die Artikelbezeichnung ist kein leichtes und ein oftmals sehr emotionales Terrain im Segment der Artikelstammdatenqualität. Zumal hier auch Marketing-Aspekte eine Rolle spielen können. Schließlich kann die Artikelbezeichnung auch als Abgrenzungskriterium zwischen den Konkurrenten genutzt werden. Allerdings kann eine gewisse Vereinheitlichung in diesem Bereich nicht schaden, damit die Lieferkette vom Lieferanten zum Handel effektiv und mit brauchbarer Datenqualität funktioniert. Wobei mir in diesem Zusammenhang als Beispiel die “Rechtlich vorgeschriebene Produktbezeichnung” einfällt.

Siehe auch:

http://blog.1worldsync.com/de/datenexplosion-in-der-diy-branche/

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